ALS - Astrid-Lindgren-Schule

 

Therapiebegleithunde

Hunde in der Schule

Warum? Haben die Lehrer niemanden, der auf ihren Hund aufpasst?

Nein, die zwei Schulhunde Luna und Nick der Astrid-Lindgren-Schule sind ausgebildete Therapiebegleithunde. Sie haben mit ihrer Besitzerin Frau Werner eine Ausbildung zum Therapiebegleithundeteam beim Münsteraner Institut für Therapeutische Fortbildung und Tiergestützte Therapie absolviert. Diese Ausbildung erfolgte nach den Richtlinien des Berufsverbandes Therapiebegleithunde Deutschland e.V.. Frau Werner nimmt alle zwei Jahre mit ihren Therapiebegleithunden an den von dem TBD e.V. vorgeschriebenen Nachprüfungen teil.

Auch der noch junge Hund Marlo soll in Begleitung von Frau Werner die Ausbildung zum Therapiebegleithund absolvieren.

Lesen mit Luna

Die Hunde werden einzeln sowohl im Klassenverband, in Kleingruppen, in Einzelförder-situationen sowie in Hunde-AGs eingesetzt. Der Einsatz von Hunden im pädagogisch-therapeutischen Bereich hat nachweislich positive Auswirkungen auf die Schülerinnen und Schüler.

 

Positive physische Wirkungen auf

 

  • die Herzkreislauffunktion (Senkung des Blutdrucks und der Herzfrequenz,
    Kreislaufstabilisierung)
  • den Bewegungsapparat (Muskelentspannung, Abnahme von Spastik, Besserung des Gleichgewichts)
  • das Nervensystem (neuroendrotine Wirkung, Ausschüttung von Endorphinen, Änderung der Schmerzwahrnehmung,)
  • das Gesundheitsverhalten (motorische Aktivierung, Training der Muskulatur, Aktivierung der Verdauung etc.)

  

Positive psychische Wirkungen
 

  • Stabilisierung der Befindlichkeit
  • Steigerung des Selbstwertgefühls und Selbstbewusstseins
  • Motivierung durch die Anwesenheit des Hundes
  • Förderung von Umwelt- und Selbstkontrolle
  • Abbau von Angst
    - Stressreduktion, Beruhigung, Entspannung

 

Soziale Wirkungen

  • Rücksichtnahme und Verantwortung werden geübt
  • Anregung der Kommunikation mit dem Tier und über das Tier
  • Nähe und Körperkontakt
    (Quelle: Agsten, Lydia; HuPäSch Hunde in die Schulen und alles wird gut!? Seite 117-123)

 

 

Die Hunde werden zur Förderung folgender Bereiche eingesetzt:

  

Förderung der Wahrnehmung
Besonders im Bereich der Wahrnehmung kann der Hund vielfältig eingesetzt werden, wobei die Schülerinnen und Schüler hierbei meist hochmotiviert sind. Besonders die taktile Wahrnehmung kann durch Körperkontakt zum Hund gefördert werden (Begrüßen, Streicheln, Kämmen, Kuscheln, Erfühlen der Körperteile des Hundes). Weiterhin regen Hundeutensilien, wie Pflege- oder Spielgegenstände und Futter zum Fühlen an.
Die visuelle Wahrnehmung beginnt bereits wenn der Hund die Klasse betritt. Größe, Farbe, Körperbau und die Körpersprache des Hundes werden wahrgenommen. Spezielle Kim-Spiele mit Hundeutensilien oder der Vergleich der optischen Wahrnehmung von Hund und Mensch können die visuelle Wahrnehmung fördern.
Mit geschlossenen Augen den Hund hören und seine Position bestimmen oder seine Tätigkeiten unterscheiden (Laufen, hinlegen, kratzen) fördert die auditive Wahrnehmung.
Auch das Riechen des Hundes (Unterschiedliche Hunde, Nasses oder trockenes Fell) oder des Trockenfutters oder unterschiedlicher Leckerlis schult die olfaktorische Wahrnehmung.

 

Förderung der Motorik
Die Gesamtkörperkoordination, Kondition und Grobmotorik wird beim Gassigehen mit dem Hund, sowie beim Aufbau und Absolvieren von Parcouren mit und ohne Hund geschult. Auch die Feinmotorik kann durch Erfühlen von Hundeutensilien (Spielsachen, Futter, Kämme und Bürsten etc.), durch Öffnen und Schließen von Halsbändern, dem An- und Ableinen, Aufbau der Hundebox oder auch durch Streicheln des Hundes gefördert werden.

 

Förderung der emotional-sozialen Ebene
Die Anwesenheit eines Hundes im Klassenraum wirkt entspannend auf die Schülerinnen und Schüler. Der Hund akzeptiert die Schülerinnen und Schüler so wie sie sind, er wertet nicht. Die Schülerinnen und Schüler können gemeinsam Regeln zum Umgang mit dem Hund erarbeiten, damit er sich in der Klasse wohlfühlt. Auf die Einhaltung der Regeln achten sie selbst und korrigieren sich gegenseitig zum Wohle des Hundes. Die Schülerinnen und Schüler lernen, deutliche Kommandos zu geben (über Sicht- und Hörzeichen) und haben hier positive Erfolge, die ihr Selbstwertgefühl steigern. Sie werden im täglichen Umgang mit dem Hund sicherer.
Besonders ängstlichere Schülerinnen und Schüler sind sehr stolz auf sich, wenn sie sich trauen, den Hund zu streicheln oder ihm das Leckerli direkt aus der Hand zu geben.

 

Förderung der Sprachfähigkeit
Ein Hund bietet vielfältigen Anlass zur Kommunikation und Interaktion, sowohl mit dem Hund und auch mit Mitschülern über den Hund. Dies dient auch der Sprachförderung. Eine Erweiterung des Wortschatzes ist über das Erlernen von neuen Begriffen wie z.B. Körperteilen (Rute, Fang, Lefzen, Läufe) oder Kommandos „Sitz!“ möglich.

  

Förderung von Alltagsstrukturen
Die Schülerinnen und Schüler werden in die alltägliche Versorgung des Hundes miteinbezogen und lernen Verantwortung zu übernehmen. Sie bereiten einen Liegeplatz für den Hund vor, versorgen ihn mit Wasser, bauen seine Box als Rückzugsmöglichkeit mit auf. Eine Schülerinnen oder ein Schüler übernimmt nach Absprache den Gassigeherdienst und darf in der Woche auch den Hund mit aus dem Auto abholen.

  

Förderung der Kognition
Im täglichen Umgang mit dem Hund kann den Schülerinnen und Schülern anschaulich Wissen zum Thema Hund vermittelt werden. Es ergeben sich im täglichen Umgang immer wieder Fragen bei den Schülerinnen und Schülern, die sie beantwortet haben möchten. Themen wie die richtige Kontaktaufnahme, die Körpersprache, die notwendige Versorgung stehen dabei im Vordergrund. Aber auch Fragen zu Hunderassen, Hundeberufe, Körperteile, Sinnesorganen und Hundeerziehung ergeben sich automatisch.

 

Auf einen Blick

  • Anschrift:
  • Astrid-Lindgren-Schule
  • Ernstingstraße 46
  • 31582 Nienburg

Ansprechpartner:

  • Schulleiter: Jens Notzke
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    Montag bis Freitag:
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